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Verfasst am: 26.07.2010, 16:24 Titel: Tomatenanbau- Grundlagen- Sendung des BR1 |
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Bayern l-Gartentipps
Tomaten - die paradiesischen Äpfel
Tomaten sind nicht nur beim Verzehr sehr beliebt. Sie sind das beliebteste Gemüse aus eigenem Garten oder vom Balkon. Schließlich schmeckt kaum etwas besser als eine sonnengereifte Tomate aus eigenem Anbau. Tipps von der Bayern 1-Gartenexpertin Karin Greiner.
Von Karin Greiner Stand: 23.07.2010
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Gute Pflege bis zur Ernte
Tomaten wollen stets umsorgt werden, am besten täglich. Besonders wichtig ist, dass sie nicht unter krassen Wechseln leiden, sondern schön gleichmäßige Bedingungen vorfinden. Das betrifft insbesondere
das Gießen.
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Wässern Sie Ihre Tomaten deshalb täglich, am besten morgens. Verwenden Sie temperiertes Wasser und bringen Sie es direkt in den Wurzelbereich - niemals die Blätter der Tomaten benetzen, das fördert Pilzbefall!
Anders als bei vielen anderen Gewächsen gilt für Tomaten, dass der Boden niemals stark austrocknen und auch niemals zu nass sein darf - sonst neigen die Früchte leicht zum Platzen, vor allem dünnschalige Sorten. Oft bilden die Früchte dann auch Grün kragen, das heißt: Rund um den Stiel wird das Fruchtfleisch ledrig und bleibt grün.
Ist ein Pflanztopf mit großen Bodenlöchern neben den Tomaten ebenerdig eingegraben, wird dort hineingegossen - das leitet das Wasser gut zu den Wurzeln und beugt Ansteckung vor.
Verwenden Sie die ausgebrochenen Geiztriebe sowie abgeschnittene Blätter der Tomaten zum Mulchen, gemischt mit angewelktem Rasenschnitt.
Hungrige Geschöpfe
Tomaten sind Starkzehrer, das heißt, sie brauchen viele Nährstoffe, von Beginn bis Ende der Kultur. Gleich bei der
Pflanzung erhalten die Tomaten eine Grunddüngung mit reifem Mist, Kompost, Hornspänen oder Rizinusschrot, dann alle zwei bis drei Wochen eine Gabe Flüssigdünger. Dafür eignet sich besonders eine Kräuterbriihe, zum Beispiel aus Brennnesseln als Stickstofflieferanten und Beinwell für die Kaliumversorgung.
Gefürchtet: Kraul- und Braunfäule bei Tomaten.
Dazu Brennnesseln und Beinwell hacken, einen Eimer zur Hälfte damit füllen, mit Regenwasser aufgießen und zwei bis drei Tage stehen lassen. Dann damit gießen, die Pflanzenreste rund um die Tomaten streuen und leicht in den Boden einarbeiten. Die Brühe liefert alte nötigen Nährstoffe und sorgt gleichzeitig für ein ausgeglichenes Verhältnis von Kalium und Calcium - wichtig, um bestimmten Krankheiten wie der Blütenendfäule
vorzubeugen.
Vorsicht ist bei speziellen
Tomatendüngern geboten: Die enthalten reichlich Stickstoff und vor allem Kalium. Düngt man Tomaten jedoch zu stark mit Kalium, können sie Calcium nicht mehr ausreichend aus dem Boden aufnehmen. Folge: Blütenendfäule, das heißt, die Früchte bekommen an der Fruchtunterseite erst glasige, dann graubraune, verhärtete Flecken, die lederartig hart werden. Meist fallen die Früchte vorzeitig ab.
Erziehung unter Dach
Reine Freilandtomaten kann man bei uns kaum noch ziehen, fast immer werden die Pflanzen dann von der Kraut- und Braunfäule heimgesucht. Häufig erfolgt die Ansteckung über den Boden, aber auch über Kartoffeln, die in der Umgebung wachsen. Feuchte Blattoberflächen fördern die Ansteckung. Deshalb zieht man Tomaten gewöhnlich in Folienhäusern oder gleich im Gewächshaus. Unbedingt sehr gut lüften, bei stehender Hitze und hoher Luftfeuchtigkeit besteht Gefahr von Pilzkrankheiten, zum Beispiel Grauschimmelbefall oder Samtflecken.
Tomatenreifehauben aus Kunststofffolie sind nicht geeignet, weil unter ihnen die Tomaten auf Dauer kaum Luft bekommen, sondern schnell schwitzen und von Schimmel und Fäulnis bedroht werden. Solche Hauben kommen nur zu Ende der Kultur zum Einsatz, um die letzte Reifung zu beschleunigen - wenn die Nächte empfindlich kühl werden.
Aufleiten und entgeizen
Endlos wachsende Tomaten, auch Stabtomaten genannt, müssen Sie an Schnüren, Pfählen oder Stäben aufleiten. Am besten eignen sich Spiralstäbe aus Aluminium, um die Sie die Haupttriebe einfach herumdrehen. Gewöhnlich köpft man Stabtomaten, sobald sie sechs bis sieben Blütenrispen gebildet haben, und lässt nur noch zwei, drei Blätter über der letzten Blütenrispe zu. So können die Pflanzen die verbliebenen Früchte optimal ernähren.
Di« Seltentriebe In den Blattachseln müssen regelmäßig ausgebrochen werden.
entgeizt werden.
In den Blattachseln müssen entstehende Seitentriebe regelmäßig ausgebrochen werden, das nennt man entgeizen. Geiztriebe sollen nicht länger als zehn Zentimeter werden, sonst nehmen sie der Hauptpflanze viel zu viel Wasser und Nahrung weg und hinterlassen beim Ausbrechen zu große Wunden. Buschtomaten oder Balkontomaten brauchen natürlich nicht aufgeleitet bzw.
Samen gewinnen
Haben Sie Tomaten, die besonders reich fruchten, außergewöhnlich robust sind, hervorragend schmecken? Und diese möchten Sie nächstes Jahr weiterziehen? Dann ernten Sie doch Ihr Saatgut selbst.
Holen Sie die Kerne samt Fruchtfleisch aus den Früchten und vermischen Sie das Ganze mit der gleichen Menge Wasser. Drei bis vier Tage bei Zimmertemperatur weichen lassen. Mehrmals täglich schütteln oder umrühren. Dadurch beginnt die schleimige Schicht rund um die Tomatensamen zu gären, die Masse wird dann durch ein feines Sieb gegossen und gründlich gespült. Den Rest auf Lösch- oder Küchenpapier trocknen. Dabei die Samen mehrmals vom Papier lösen, damit sie nicht festkleben. Gut getrocknet in Schraubgläschen, Filmdosen oder Briefkuvert geben und bis zur Aussaat im nächsten Frühjahr dunkel und trocken aufbewahren. _________________ Hallo, wir Ursula und Heinz sind naturverbunden und gärtnern, soweit möglich, auf ökologischer Basis. |
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